

Unser
Hodscha Nasreddin
Eine
Handvoll Heimat, das sind unter vielem anderem auch die Schwänke des Hodscha
Nasreddin - oder wie die Türken sagen: Nasreddin Hoca. Wie der deutsche Spaßvogel
Till Eulenspiegel ist auch Hodscha Nasreddin eine historische Gestalt, ein
wahrer Volksheld. Wie alle echten Volkshelden kämpft er nicht mit dem Schwert,
sondern mit der Waffe eines scharfen Verstandes und einer spitzen Zunge, ein
Beschützer der Armen und gefürchteter Kritiker der Reichen.
Hodscha
– (ins deutsche übersetzt) d.h. geistlicher Lehrer - Nasreddin ist nach den
wenigen vorhandenen Überlieferungen im Jahre 605 der Hidschra,
(Islamische Kalenderzählung- Bezeichnung)
der Auswanderung des Propheten Muhammed von Mekka nach Medina,
(umgerechnet 1208-09 nach Christus) in Hortu bei Sivrihisar / Eskisehir in
Anatolien geboren und im Jahre 683 der Hidschra (1284-85 n.Chr.) in Aksehir
gestorben. Er soll ein oder zwei Frauen, zwei Töchter und einen Sohn gehabt
haben. Viel mehr ist uns nicht bekannt und selbst das wenige steht auf tönernen
Füßen. Lange Zeit waren sich die Historiker sogar über den Geburtsort
Nasreddin's uneinig. Die meisten Erkenntnisse gehen jedoch nach Hortu –
Sivrihisar. In Aksehir hatte er später als Gelehrter gedient (in Schulen die
heute mit Universitäten gleich zu setzen sind).
Es ist
wirklich nicht wichtig, wo genau Volkshelden wie Hodscha Nasreddin geboren
wordcn sind und gewirkt haben. Nasreddin ist der Person gewordene türkische
Volkscharakter, der Lebenskünstler schlechthin. Damit ist Nasreddin das
gemeinsame Eigentum aller türkischsprechenden Völkerschaften zwischen Südosteuropa
und dem Nordosten Sibiriens, vom frostigen Tatarien und Baschkirien bis hinunter
ins glutheiße Schiraz.
Und darüberhinaus
geht es ihm wie Till Eulenspiegel: er hat seit langem Eingang in die
Weltliteratur
gefunden. Damit ist er nicht mehr nur Volksheld der Türken allein, sondern auch
der ganzen Weld...